Achillex wurde von Anfang an so konzipiert, dass es einerseits eine wissenschaftlich fundierte Laufanalyse und Schuhempfehlung ermöglicht, andererseits einfach in der Anwendung ist.


Ein Analyse-System sollte den Aufprallstoß, das Ausmaß der Pronation und die Führung des Fußes unter Laufbedingungen mit hoher Mess-Frequenz möglichst direkt und unter natürlichen Bedingungen messen können. Dies wurde bei Achillex folgendermaßen erreicht:


Messung des Aufprallstoß: Als direkteste Messung des Aufpralles gilt die Messung der tibialen Beschleunigung, Ergebnisse von Druckmessplatten gelten als abgeleitete Größen. Achillex misst die Beschleunigung nicht direkt an der Tibia (Schienbein), aber am Bein. Untersuchungen zeigten, dass diese Werte bei guter Auflösung miteinander vergleichbar sind.


Ausmaß der Pronation: Sowohl absoluter Pronationswinkel als auch die Pronationsgeschwindigkeit sind geeignet, Aussagen über die Pronation zu machen. Um das oben erwähnte Problem mit der Beinachse zu umgehen, wird die Pronationsgeschwindigkeit direkt an der Fersenkappe ohne Bezug auf das Bein (sogenannter γ–Winkel) mit Drehgeschwindigkeitsmessern (Gyroskopen) gemessen und ausgewertet.
Führung des Fußes: Die Führung des Fußes wird durch den Pronationsverlauf ersichtlich. Ein gerader Verlauf tritt dann auf, wenn sich die Fersenkappe nicht dreht, d.h. die Winkelgeschwindigkeit bei null liegt.


Zeitliche Auflösung: Achillex misst mit einer Frequenz von 400 Hz (vierhundert mal pro Sekunde). Bei maximal hoher Winkelgeschwindigkeit von 20 rad/s entspricht das einer maximaler Winkeländerung von 2,85 grad pro vierhundertstel Sekunde, bei normaler Winkelgeschwindigkeit von 7 rad/s einer Winkeländerung von 1 grad. Um die sehr schnelle Pronationsbewegung korrekt abzubilden, sollte die Aufnahmefrequenz mindestens 200-250 Hz betragen.


Mittelwertbildung: Achillex vermisst automatisch mehrere Schritte. Der erste und letzte Schritt einer Sequenz werden nicht berücksichtigt, ebenso wie ungewöhnliche Schritte. Über die gültigen Schritte wird automatisch der Mittelwert gebildet, sodass individuelle Abweichungen einzelner Schritte keine Verfälschung des Ergebnisses liefern.


Natürliche Bedingungen: Achillex will Aussagen über das Laufen machen und misst konsequenterweise im Laufen. Und das ohne Laufband bei frei gewählter Geschwindigkeit.
Einfache Anwendung: Achillex verfügt über eine online Verarbeitungseinheit, die den Läufers während des Laufes automatisch mit Sprachmeldungen anleitet. Die Bewegung wird laufend analysiert und auf auswertbare Schritte hin untersucht. Sind genügend Schritte vorhanden, wird die Messung automatisch beendet.


Achillex ist das erste System am Markt, bei dem der Lauf vollautomatisch analysiert und interpretiert wird. Aufgrund des ermittelten Laufstils wird mittels eines Expertensystems vollautomatisch einen Schuhempfehlung erstellt. Achillex ist als Stand-alone Ausführung nicht auf einen PC zur Auswertung angewiesen und kann bei voller Funktionalität überall eingesetzt werden.


Bestimmung der Schuheigenschaften:
Die Bestimmung der Schuheigenschaften war bisher eine aufwändige Angelegenheit. Normalerweise wurden neben den reinen Materialtest praktische Tragetest und /oder biomechanische Test durchgeführt. Das Ergebnis wurde entweder als Schuhtest veröffentlicht oder in Form einer produktspezifischen Datenbank hinterlegt. Beidem ist gemeinsam, dass, wie oben dargestellt, die Übertragbarkeit von einer Person auf die andere nur bedingt gegeben ist. Ein als gut bewerteter Schuh muss selbst innerhalb der richtigen Anwendergruppe nicht optimal für einen Läufer sein.
Deshalb wurde bei Achillex ein zweistufiges Verfahren vorgesehen. In der ersten Stufe, wird der Laufstil bei bekanntem Schuh ermittelt. Augrund dieser Ergebnisse wird eine bestimmte Gruppe von Schuhen als geeignet ermittelt. In einer zweiten Stufe kann anhand einer Vergleichsmessung der Einfluss des ausgewählten Schuhes auf das konkrete Laufverhalten (Stoß und Pronation) untersucht werden.


Praktische Tragetests:
Bei praktischen Tragetest werden subjektive Bewertungen gesammelt und gemittelt. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen bei denen bestimmt wurde, welche Faktoren Hauptursache für die subjektive Bewertungen der Tester sind. Es hat sich herausgestellt, dass, neben der Passform, die Art der Beurteilung eng mit der Höhe des Beschleunigungsmaximum beim Bodenkontakt übereinstimmt. Dies ist ein Wert, der von Achillex zuverlässig gemessen wird. Im Gegensatz dazu scheint die gemessene und die gefühlte Pronation in keinem Zusammenhang zu stehen. Anders ausgedrückt, Menschen haben keinen Sinn für das Ausmaß der Pronation. Wahrscheinlich wird statt dessen unbewusst die Härte des Aufpralls herangezogen.


Zusammengefasst kann gesagt werden, dass praktische Tragetests nur begrenzte Aussagen erlauben und geeignete Messungen nicht ersetzen können. Eine objektive Prüfung durch Achillex ist bei weitem vorzuziehen und sollte an jedem Läufer individuell durchgeführt werden.